Buch des Monats

09/11

Frau und Buch

Nino Haratischwili: Mein sanfter Zwilling

Frankfurter Verlagsanstalt, 397 Seiten, 22,90 €

Cover: Mein sanfter ZwillingNino Haratischwili erzählt die Geschichte von Stella und Ivo, und der Unmöglichkeit einer Liebe zwischen ihnen.

Die beiden lernen sich als Kinder kennen, als Stellas Vater ein Verhältnis zu Ivos Mutter unterhält. Er nimmt seine Tochter mit zu den heimlichen Treffen in Ivos Elternhaus.

Die Kinder freunden sich an und spielen zusammen im Garten und am Hafen. Doch eines Tages werden sie zufällig Zeugen des Liebesspiels der Erwachsenen und erahnen instinktiv, dass sie diese Entdeckung geheim halten müssen.

Dann geschieht die Katastrophe, als Ivos Vater überraschend früher von einer Geschäftsreise zurückkehrt.

Für alle Beteiligten ändern sich die Lebensumstände auf drastische Weise.

Trotzdem wachsen Stella und Ivo in einer symbiotischen Beziehung heran, basierend auf dem gemeinsam erlebten Trauma ihrer Kindheit, dass sie nicht loslässt.

Auch als Erwachsene treffen sie immer wieder aufeinander und können doch nicht zusammen sein. Ihre Gefühle schwanken zwischen Liebe und Hass, Anziehung und Abwehr, das in der Kindheit erlebte ist zu übermächtig.

Haratischwili erzählt die Geschichte dieser großen, unlebbaren Liebe und enthüllt nach und nach die Chronologie eines Familiendramas, welches Stella und Ivo für immer geprägt hat.

Dieses Buch entwickelt beim Lesen einen regelrechten Sog, so dass man es nicht aus der Hand legen mag.

Ich habe es jedenfalls in einem Tag verschlungen.

Eva Werner