Kinder- und Jugendbücher | ![]() |
Philip Waechter: So ein Tag – Familienskizzen
Beltz Verlag, 76 Seiten, 9,95 €
"So ein Tag" ist eigentlich ein Jahr. Philip Waechter zeichnet auf seine wunderbar ironische Art Alltagsskizzen Tag für Tag. Er zeichnet den Familienalltag, in dem die kleinen und großen Nöte und die kleinen großen Freuden ihren Platz finden. Eine Seite – ein Tag! Mal ist es Fasching, mal regnet es, mal geht's ums Kochen, mal um die Fahrradtour, mal um Geburtstag, mal philosphieren Männer ... Und immer geht's um Kinder.
Philip Waechter zeichnet, was er erlebt. Deshalb sind seine Familienskizzen so authentisch und erzählen pointiert und mit viel Bildwitz von den kleinen und großen Momenten aus dem Alltag mit Kindern.
Ein Bilderbuch für Kinder? Oder vielleicht doch nur für Väter und Mütter? Für die ganze Familie! Auf jeden Fall vergnüglich!
Das ideale Geschenkbuch zum Start ins Familienleben!
Tobias Krejtschi: Wipfelwärts und Wurzelwärts
Peter Hammer Verlag, 2 Seiten gaaaanz lang, 16,90€,
ab 3 Jahren.
"Im Norden wo es Elche gibt und Wichte mit gestrickten Mützen, steht ein Baum.
Ganz unten wohnt der Wurzelwicht, ganz oben der Wipfelwicht.
Eines Tages machen sich beide auf den Weg: der eine rauf, der andere runter".
Dabei begegnen sie vielen Tieren, einer diebischen Elster, einem fleißigem Specht und einem Eichhörnchen ...
Ein ganz besonderes, superschönes Leporello Buch – auch zum Aufhängen an die Wand.
Philippe Ug: Komischer Vogel
Prestel Verlag, 8 Pop-up Seiten, 14,99€, 2 bis 100 Jahren.
"Die ersten Sonnenstrahlen kitzeln die Vögel aus ihren Träumen" so beginnt dieses kleine Kunstwerk, ein Pop-up-Buch des französchen Papierkünstlers Philippe Ug. Auf den 8 vor Farben überquellenden Seiten erzählt oder besser gesagt, faltet, schnippelt, klebt Ug die Geschichte des "komischen Vogels" vom Sprung aus dem Ei bis zur Entdeckung der Welt. Auf's Wunderbare begleitet das kleine Buch die Vogelkinder bei ihren ersten Schritten ins Leben.
Dieses farbenprächtige, außergewöhnliche Papierkunstwerk bringt jeden, der es einmal aufgeklappt hat zum Staunen. Ein hinreißend schönes Künstlerbuch, ja ein kleines Kunstobjekt, das Erwachsene und Kinder gleichermaßen begeistert.
Yang Erche Namu / Christine Mathieu: Das Land der Töchter
Ullstein Verlag, 287 Seiten, 7,95€, ab 16 Jahren.
Eine Kindheit bei den Moso, wo die Welt den Frauen gehört
Yang Erche Namu erzählt von ihrer Kindheit im "Land der Töchter", denn bei den Moso, im Südwesten Chinas, nahe dem Himalaya, wo Namu aufgewachsen ist, bestimmen die Frauen die Geschicke im Dorf und die Gesellschaft ist streng matriarchalisch aufgebaut. Die Familienzugehörigkeit richtet sich nach der Abstammungslinie der Mutter, Frauen verwalten das Familienvermögen und schlichten Streit. Selbst in der Sprache wird die Geschlechterhierarchie deutlich. Der majestetische Berg, der dem Dorf, in dem Namu lebt, abends kühlenden Schatten spendet heißt "Gammu", weiblicher Berg und "Xie na mi" , Muttersee nennen die Moso den Lebensspendenden Lugo.
Namu erzählt aus ihrem Alltag - von den Jahren mit ihrem Onkel in den Bergen, beim Yak Hüten, vom Singen und summen der Traditionellen Moso Lieder, von Geschichten am Lagerfeuer und von ihrer Rockzeremonie, die Initiation die sie zur Frau macht. Und wir erfahren von dem besonderen Tag, als Namu für einen Gesangswettbewerb ihres Volkes ausgewählt wird und der ihr Leben entscheidend verändert.
Denn obwohl sie dazu bestimmt ist die Nachfolge ihrer Mutter als Familienoberhaupt anzutreten entscheidet sich Namu für einen anderen Weg. Sie will Sängerin werden und bricht mit dem größten Tabu das eine Moso Familie zusammenhält – sie verläßt das Haus ihrer Mutter...
Ein außergewöhnliches Buch für junge Frauen ab 16 Jahren die neugierig sind auf das Leben junger Frauen in anderen Kulturen.
Gunnel Linde: Mit Jasper im Gepäck
Gerstenberg Verlag, 154 Seiten; 12,95€ ab 8 Jahren.
Annnelie und Niklas haben großes Glück. Die beiden Geschwister 9 und 11 Jahre machen mit ihrer alleinstehenden, netten Tante eine Reise nach Kopenhagen, wo sie viele tolle Sachen unternehmen.
Bei einer Lotterie gewinnen sie den 2. Preis – ein waschechtes Ponny. Doch wie sollen sie ihren neuen Freund Jasper unbemerkt und hinter dem Rücken der Tante nach Hause schmuggeln. Dass sie das Tier nicht behalten können ist eigentlich jetzt schon gewiß.
So beginnt ein aufregendes Versteckspiel, bei dem wir erfahren, wie man ein Pony unbemerkt in einem Hotelschrank versteckt oder auf einer Zugreise mit ins Schlafabteil nimmt.
Irre lustig und wunderbar geeignet zum Vorlesen auf langen Reisen in den Urlaub. Aber Achtung!!!! Vor der Fahrt überprüfen, ob der Kofferraum Pony-Frei ist.
Hanna Jansen: Herzsteine
Peter Hammer Verlag, 194 Seiten; 14,90€ ab 14 Jahren.
Sam soll von Hamburg nach Sylt ziehen – eine Katastrophe. Verlängerte Ferien, versucht er sich einzureden. Doch es steckt mehr dahinter. Sams Mutter Fe geht es nicht gut und sie braucht dringend einen Ortswechsel, denn in letzter Zeit wirkt sie immer abwesend und wird von Alpträumen geplagt.
Sams Mutter stammt aus Ruanda, vor 17 Jahren ist sie von dort geflohen und Sam und sein Vater vermuten, daß ihr Zustand mit dem dort erlebten zusammenhängt. Doch eigentlich wissen sie nichts genaues, denn Fe schweigt über ihre Vergangenheit und hat selbst keine Worte dafür.
In seiner neuen Schule freundet sich Sam mit Enna an. Bei ihr findet er Freundschaft, Zuneigung und Verständnis. Mit Enna kann er über alles reden und sie verbringen viel Zeit miteinander.
"Zu jedem Menschen gehört ein ganz bestimmter Stein, wenn Du deinen findest fängt etwas neues an" sagt Enna.
Eines Tages überschlagen sich die Ereignisse, Sams Mutter verschwindet. Als sie wieder auftaucht wirkt sie so klar und entschlossen wie schon lange nicht mehr. Sie möchte nach Ruanda reisen.
Ein halbes Jahr später besucht Sam seine Mutter und für ihn beginnt eine spannende Reise. Sam und seine Mutter kommen sich näher und er beginnt zu verstehen was sie im Inneren bewegt und erfährt dadurch eine Menge über sich selbst.
Die Autorin Hanna Jansen kam über ihre 11 Pflegekinder dazu sich intensiv mit Ruanda auseinanderzusetzen. So erzählt sie einfühlsam und spannend aus der Perspektive eines Jugendlichen.
Eine berührende Geschichte des Erwachsenwerdens und der Auseinandersetzung mit den Eltern und den eigenen Wurzeln.
Matteo: Kommt der Osterhase vor meinem Geburtstag?
Mama: Ja
Matteo: Bringt der Osterhase soviele Geschenke wie an Weihnachten?
Mama: Nein auf keinen Fall.
Matteo: Müssen bis dahin alle Blätter von den Bäumen gefallen sein?
Mama: Nein
Matteo: Mama, wann ist Ostern?
Mama: Bald.
Matteo: Wann ist bald?
Tomoko Ohmura: Weil bald Ostern ist
Ein Frühlingsgedicht von James Krüss, illustriert von Frauke Weldin
NordSüd, 13,95€ ab 3 Jahren.
Tomoko Ohmura: Bitte anstellen!
Moritz Verlag, 12,95€ ab 3 Jahren.
50 Tiere vom Kleinsten bis zum Größten stehen in einer langen Schlange und warten - doch worauf? Das Wiesel weiß es auch nicht so genau und hat sich aus purer Neugier dazugestellt. Fuchs und Waschbär vertreiben sich die Zeit mit einem Wettkampf im Hochsprung. Der Panda spielt mit den anderen Tieren Wörterkettenbilden und der Löwe frisst aus lauter Hunger fast das Zebra auf. Hinten in der Schlange wird gedrängelt, vorne geschubst (Nashorn: "Macht jetzt endlich voraaaan"). In der Zwischenzeit macht das Eichhörnchen Gymnastik. Schließlich hat alles Warten ein Ende und wir erfahren endlich wofür die Tiere solange anstehen. ...
Ein großartiger Lesespaß, originell, lebenslustig, total "abgefahren" und ganz nebenbei ein fantastisches Tierbuch.
Für Kinder ab 3 Jahren.
Wolfgang Korn: Was ist schon normal?
Warum alle Menschen gleich und doch verschieden sind.
Bloomsbury Verlag, 166 Seiten, 14,90€ ab 14Jahren.
Was bedeutet das freundliche Kopfschütteln der Tamilen aus Indien? Wie schaffen es die Japaner 300x im Jahr etwas zu verschenken? Trotz Globalisierung leben die Menschen in verschiedenen Kulturen mit ganz eigenen Regeln. Der Autor lädt uns zu einer spannenden Entdeckungsreise ein, die von den Inuit auf Grönland bis zu den Guugu Yimithirr in Australien führt und er zeigt uns wie verschieden man aufgrund unterschiedlicher Religion und Kultur, Klimabedingungen und geographischen Gegebenheiten lebt, lernt, denkt und empfindet. Vieles erscheint hier kurios, interessant oder sogar höchst faszinierend.
Seinen Gang durch die Kulturen rundet Wolfgang Korn mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Dinge ab, die die Menschen nicht voneinander unterscheidet, sondern allen gemeinsam sind. Aber welche Dinge das sind, wird hier nicht verraten...
Ein tolles Jugendsachbuch für neugierige Menschen ab 14 Jahren, und ein wunderbarer Reisebegleiter nicht nur für die erste große Reise.
Sabine Ludwig: Die fabelhafte Miss Braitwhistle
Dressler Verlag, 207 Seiten, 12,95 € ab 8 Jahren.
Die 4A ist der Schrecken der ganzen Schule und eine Klasse völlig außer Rand und Band. Kein Wunder, dass die Klassenlehrerin Frau Taube mit einem Nervenzusammenbruch die Schule verlässt. Da kommt die neue Austauschlehrerin aus England wie gerufen. Miss Braitwhistle übernimmt den Unterricht und schafft es, die streitlustige, lebensfrohe Klasse zum Staunen zu bringen: Da wird geflogen, Plumpudding gebacken und den Buckel runtergerutscht, und alle Schüler sind sich einig: Miss Braitwhistle ist großartig!
Ein herrliches Lesevergnügen zum Vorlesen, Selberlesen und schmunzelt.
Kathrin Schrocke: Freak City
Verlag Sauerländer, 203 Seiten, 13,90€ ab 14Jahren.
Lea ist hübsch, temperamentvoll – und von Geburt an gehörlos. Als Mika sie das erste mal sieht, verliebt er sich so sehr in das quierlige Mädchen mit der Lockenmähne, dass er beschließt einen Gebärdensprachkurs zu machen. Doch bald kommen ihm Zweifel, denn die Welt der Gehörlosen ist eine völlig andere und manchmal liegen zwischen Mika und Lea Welten. Außerdem ist da noch Sandra, Mikas Ex-Freundin, in die er immer noch ein bisschen verliebt ist. Doch Lea hat sich schon in Mikas Herz geschlichen ...
Auf dieses Buch bin ich durch die Nominierung für den Deutschen Jugendliteraturpreis aufmerksam geworden – zum Glück sonst hätte ich es bei der Flut der Neuerscheinungen vielleicht übersehen. Kathrin Schrocke erzählt eine Liebesgeschichte, wie sie wohl fast jeder Jugendliche schon einmal erlebt hat. Von der ersten großen Liebe, die auseinandergeht, von neuen Anfängen, Eifersucht, wieder wollen und dann doch nicht, und sich irgendwann entscheiden müssen. Was mich dabei aber besonders gefreut hat, ist, dass das Ganze aus der Sicht eines Jungen beschrieben wird, und zwar so stimmig und einfühlsam, dass sich Jungs beim Lesen auch angesprochen und ermutigt fühlen sich selbst und ihre Gefühle ernst zu nehmen und ihnen zu Vertrauen.
Doch bei dieser nahezu alltäglichen Liebesgeschichten steht auch im Mittelpunkt die Begegnung zweier Welten – die des Hörenden und die der Gehörlosen.
Nach langer Zeit endlich wieder eine gute Liebesgeschichte für Jungen ab 14 Jahren.
Anne-Laure Bondoux: Die Zeit der Wunder
Verlag Carlsen, 189 Seiten, 12,90€
Die "Zeit der Wunder" erzählt die Geschichte eines Jungen der aus dem Kaukasus nach Frankreich flieht. Koumail heißt der Junge oder besser Blaise Fortune – wie sein Pflegemutter Gloria ihm versichert. Sie erzählt ihm, ihn als Säugling, während des Bürgerkriegs aus den Trümmern eines zerstörten Fernzuges gerettet zu haben.
Koumail ist sieben, dann zehn, elf, schließlich zwölf, immer auf der Flucht Richtung Frankreich. Er und Gloria kennen nur den Ausnahmezustand. Mal übernachten sie in einem Hühnerstall, mal betteln sie vor Kaufhäusern um ein paar Münzen. Das einzige was sie sich immer bewahren ist Hoffnung.
Irgendwann schaffen sie es dann doch zur Grenze und besteigen einen Lastwagen der die beiden nach Frankreich bringen soll - doch dann geht etwas schief ...
Die "Zeit der Wunder" ist ein großes, kleines Buch – mit 180 Seiten eher ein Leichtgewicht und mit einem herzzerreißendem Ende, das mich beim Lesen zu Tränen gerührt hat. Anne-Laure Bondoux findet einfache Worte. Für großes Leid und großes Glück. Jugendliche erfahren in diesem Buch, was es bedeutet auf der Flucht zu sein und die Autorin findet leicht verständliche Sätze die von Not und Elend aber auch von Hilfsbereitschaft und Mitmenschlickeit erzählen. Fesselnd schildert sie ein Flüchtlingsschicksal aus dem Blickwinkel eines Kindes. Gerade diese unbedarfte Sicht macht vieles umso deutlicher.
In Frankreich ist Anne-Laure Bondoux bereits eine anerkannte Jugendbuchautorin. In Deutschland kennt sie bisher niemand so wirklich, wir wünschen ihr, dass sich das bald ändert.
Heidi Leenen/Martin Bernhard: Der Elefantenpups
Schott Music, 32 Seiten mit Hörspiel CD, 19,95€ ab 4Jahren.
Herr Fröhlich ist Direktor eines großen Zoos. Er liebt seine Tiere und pfeift ihnen immer morgens zur Begrüßung ein schönes Lied. Doch eines Tages hat er einen Unfall und muss für lange Zeit ins Krankenhaus.
Von diesem Tag an verändert sich das Leben im Zoo. Der Löwe liegt gelangweilt in der Ecke herum, der Flamingo versteckt seinen Kopf tief zwischen den Bauchfedern, die Eule blinzelt müde und die Schildkröte macht gar nichts mehr.
Alle Tiere sind irgendwie traurig.
Auch Tierpfleger Timo bemerkt die Veränderung, aber zum Glück hat er eine super Idee wie die Tiere wieder fröhlich werden können.
Er besucht Direktor Klanghuber aus dem Musikgeschäft und am nächsten Tag versammelt er alle Tiere um sich. "In diesen Kisten ist etwas ganz besonderes – Musikinstrumente", sagt Timo. Mit viel Spaß probieren die Tiere die Instrumente aus und es ist für jeden etwas dabei, das zu ihm passt.
Dann ist es soweit. Direktor Fröhlich soll nach Hause kommen und die Tiere haben eine große Überraschung für ihn!
Dieses Buch ist einfach wunderbar. Kinder lernen verschiedene Musikinstrumente kennen. Von der Trompete, über die Querflöte und die Oboe, von der Pauke bis zur Triangel, von der Harfe bis zur Tuba und sie erfahren, dass man mit Musikinstrumenten Gefühle ausdrücken kann.
Ich lese und höre die Geschichte immer mit meinen beiden kleinen Söhnen 5 und 2¼ Jahren und bei dem Schlusslied "Musik tut gut" sind die Beiden nicht mehr zu halten. Sie tanzen, hüpfen und springen durch den Raum und auch ich wippe vergnügt mit.
Das Buch mit grandioser Hörspiel CD hat uns schon über viele Tiefpunkte des Tages hinweggeholfen und große Lust auf Musik gemacht.
Ein schöner Spaß für Eltern und ihre Kinder und für alle, die wissen wollen wie ein Elefantenpubs auf der Tuba klingt!
Mirjam Pressler: Ein Buch für Hanna
CBT-Verlag, 348 S., ab 14 Jahre, 17,95 €
Die 14-jährige Hanna Salomon wächst bei ihrer Mutter auf. Sie träumt davon, wie ihre Schwester Helene, eines Tages nach Palästina auszuwandern. Im Sommer 1939 ist es dann soweit. "Ihr seit die Auserwählten" heißt es im Habonim, dem jüdischen Jugendbund mit gesellschaftsverändernder und zionistischer Ausrichtung. Zusammen mit acht weiteren Mädchen verlässt Hanna Nazi-Deutschland um nach Palästina auszuwandern.
Doch dann kommt alles anders. Die Repressalien gegen die jüdische Bevölkerung nehmen zu, die politische Lage verändert sich und zusammen mit ihren Freundinnen wird Hanna in das KZ-Theresienstadt deportiert. Hier erlebt sie Not, Armut, Hunger und den täglichen Kampf ums Überleben, aber auch Freundschaft, Zusammenhalt und Mut.
Hanna hat Glück. Sie kann mit ihren Freundinnen Bella, Rosa, Mira, Rahel und Sara in Theresienstadt zusammenbleiben. Das gibt ihr Halt und im rechten Moment ist immer Mira an ihrer Seite, die mahnt "Aufgeben gilt nicht":
Miriam Presslers Buch basiert auf wahren Begebenheiten. Wir folgen der Protagonistin auf den Spuren ihres Lebens. Miriam Pressler gelingt es, Hannas Gefühlswelten eindringlich zu beschreiben. Sie lacht, sie weint, sie trauert, ist wütend, hat Angst und verliebt sich das erste Mal.
Junge Leserinnen erfahren in diesem Buch viel über die deutsche Geschichte, über die Grausamkeiten des 2. Weltkrieges, aber sie lernen auch ein Mädchen kennen das seinen Weg sucht.
Auch die inneren Monologe von Hannas Freundinnen sind sehr berührend und geben der Geschichte eine besondere Intensität.
"Ohne Bücher bleibt die Welt eng (...) Wir brauchen viele, viele verschiedene Bücher. Viele kleine Gucklöcher in der Wand, die zwischen uns und der oft unverständlichen Welt steht".Mirjam Pressler
Jean Ziegler: "Wie kommt der Hunger in die Welt" - ein Gespräch mit meinem Sohn
CBT-Verlag, 174 S., ab 14 Jahre, 6,00 €
Jean Ziegler spricht mit seinem Sohn Karim. Ein Gespräch zwischen Vater und Sohn. Ein Gespräch wie es überall auf der Welt stattfinden könnte. Väter versuchen ihren Kindern die schwierigen Zusammenhänge der Welt zu erklären. Der Sohn fragt: Wie kommt der Hunger in die Welt? Woher kommt er überhaupt? Warum sterben Menschen an Hunger, während Andere Nahrungsmittel vernichten? Jean Ziegler, Soziologe und zur Zeit Mitglied des Un-Menschenrechtsrates versucht Antworten zu geben. Antworten mit denen man nicht rechnet. Seine Kernaussage: Hunger ist nicht Schicksal, er ist gemacht. Er fordert radikales Umdenken und kritisiert den immer hemmungsloseren globalen Kapitalismus und die immer mörderischere Diktatur des Finanz-Kapitalismus.
Dieses Buch ist ein gutes "Einsteiger-Buch" für alle Menschen, die Interesse haben an der ökonomischen und politischen Situation in der Dritten Welt und der ungerechten Verteilung verfügbarer Güter.
Dieses Buch ist aber auch ein Jugendbuch. Denn Jugendliche sind oft Menschen, die sich noch kompromisslos einsetzen möchten für das Gute in der Welt, die sich noch empören können über Elend und Not. Hier finden sie wichtige Hintergrundinformationen. Und durch das Frage-Antwortschema zwischen Vater und Sohn bleibt das Thema übersichtlich, überfrachtet und überfordert nicht.
Ein schönes Geschenk von Vater zu Sohn aber natürlich auch für alle Jugendlichen ab 14 Jahren.
Linzi Glass: Im Jahr des Honigkuckucks
Hanser Verlag, 254 S., ab 13 Jahre, 14,90 €
Die 12-jährige Emily lebt mit ihrer Schwester Sarah in einem großen Haus in Johannesburg. Die Eltern interessieren sich nicht für ihre Kinder. Die Mutter ist nur mit sich selbst beschäftigt und hat den inneren Kontakt zu ihren Kindern verloren. Der Vater verbringt Stunden in seinem Arbeitszimmer und beschäftigt sich mit dem Schokoladenimport seiner Firma. Sie streiten häufig, viel und laut. Insbesondere Emily leidet unter der Situation. "Wenn sie so schreien, zerbreche ich in viele kleine Stücke" sagt sie zu Buza.
Buza ist ein alter Mann aus dem Volk der Zulu und schon lange bevor Emily geboren wurde, Nachtwächter bei der Familie. Nacht für Nacht sitzt er am Ende des Gartens vor dem großen Eingangstor auf seinem hölzernen Schemel, beobachtet und belauscht die Welt um ihn herum. Buza hört Emily immer zu. Er ist ihr Trost, ihr Halt und gibt ihr die Geborgenheit, die ihr sonst fehlt. Wenn Emily das Geschrei der Eltern unerträglich wird, geht sie zu ihm "Komm, lass dir eine Geschichte erzählen", sagt er dann. Und er erzählt ihr Geschichten seines Volkes, alte afrikanische Stammesgeschichten, wie die vom Kuckuck dessen Honig Zerrissenes wieder zusammenfügt.
Eines Tages lassen sich die Mallorys – auf Einladung des Vaters - mit ihrem Wohnwagen auf dem Gartengrundstück vor Emilys Haus nieder. Sie sind Herumreisende ohne festen Wohnsitz. Die Begegnung dieser zwei ungleichen Familien verändert das Leben aller Beteiligte....
Ein wunderschönes Buch – und es hat seine schönsten Momente, wenn Buza und Emily beisammen sind. Langsam und leise, Ton an Ton, wie aufgefädelte Perlen, entfaltet Buza seine Geschichten für Emily. Dieses Buch hat aber auch bitterharte Momente, nämlich dann, wenn Emily und ihre Schwester einen schweren Schicksalsschlag verkraften müssen. All das verbindet sich in dieser Geschichte glaubwürdig und anrührend, macht Mut, den man braucht, damit auch schwere Wunden ihre Heilung finden.
Jeff Kinney: Gregs Tagebuch – Von Idioten umzingelt
Baumhaus Verlag, 218 S., ab 10 Jahre, 12,99 €
Ein Comicroman für Jungs, die überhaupt gar nicht gerne lesen und so gefesselt sind, dass sie sofort Band 2 und Band 3, danach auch noch 4 und 5 und zum Schluss natürlich noch ganz schnell Band 6 haben müssen.
Lauren Oliver: Wenn du stirbst, zieht Dein ganzes Leben an Dir vorbei, sagen sie
Carlsen Verlag , 448 S. , 19,90 €
Samantha sieht gut aus, ist beliebt, hat einen gut aussehenden Freund und drei Freundinnen, mit denen sie über schicke Klamotten, wer mit wem, über die tollsten Parties, auf denen man unbedingt gewesen sein muss, reden kann. Was sie interessiert sind ihr Image und ihr erstes Mal.
Samantha hat immer einen flotten Spruch parat und ist gerne dabei, wenn es darum geht über andere zu lästern, jemanden auszugrenzen oder ihn auszulachen.
Eines Tages passiert ein Autounfall und Samantha wacht - gefangen in einer Zeitspirale - immer wieder am Morgen ihres Todestages auf. Anfangs glaubt sie noch, alles abwenden und ihr Leben retten zu können. Bis sie versteht, worum es wirklich geht.
Dieses Buch ist unglaublich spannend. Dabei greift die junge Autorin viele Themen auf, die Heranwachsende bewegen: Wie weit gehe ich um bei meiner Clique anzukommen? Kann ich meine wirklichen Gefühle vor anderen zeigen? Will ich tun, was mein Herz mir sagt, auch wenn es vielleicht nicht "angesagt" ist. Und schließlich: Was kommt im Augenblick des Todes? Was ist wirklich wichtig?
Ein Buch, das nicht nur Jugendliche begeistern kann.
Martha Heesen * Kees de Boer: Montag hat Flügel
Sauerländer, 92 S., 12,90 €, ab 8 Jahren
"Du brauchst einen Namen", sagte Klara. "Piep, Piep?" "Montag, ich nenne Dich Montag, weil Du an einem Montag geboren worden bist".
Montag hat Flügel und ist ein kleines Gänseküken. Seine Mutter, die Ganz Jette ist zu den anderen Gänsen an den Fluss gezogen. Aber zum Glück gibt es Klara. Das Mädchen zieht den kleinen Gänserich groß, bringt ihm bei Gras zu fressen und zeigt ihm wie man schwimmt.
Zwischen Klara und Montag entsteht eine tiefe Freundschaft. Klara vertraut dem Gänserich ihre Ängste und Sorgen an und erzählt ihm von ihrem Papa, der immer so komisch grinst wenn er Klaras Lehrerin Frau Aafke begegnet.
Eines Tages kommt Frau Aafke zu Besuch und fast wäre Montag der Gänserich im Kochtopf gelandet....
Ein warmherziges Buch, das zeigt, wie sehr ein guter Freund dabei helfen kann, dass man manchmal ein kleines bisschen über sich hinauswächst und ein Buch für alle Kinder die Tiere lieb haben.
Paul Maar: Die Opodeldoks
Oetinger Verlag, 159 S., 12,95 €
Die Opodeldoks – sie ahnen es schon – ein echter Zungenbrecher, wenn man diese Geschichte vorliest. Aber es lohnt sich! Die Opodeldoks wohnen weit weit weg. Zwischen Donnerstag und dem Nordpol, im Grasland – und sie sind sehr klein. Ein Opodeldok ist nicht größer als ein Regenschirm. Es gibt Opadeldok, Omadeldok, Oberdeldok und den kleinen Deldok. Der will unbedingt wissen was sich hinter den Bergen, die das Grasland umgeben, befindet. Und zusammen mit seiner Freundin, der Henne Helene geht er auf eine abenteuerliche Reise.
Eine lustige, spannende Geschichte voller liebenswerter, warmherziger Figuren mit schönen Zeichnungen von Barbara Scholz.
Kinder ab 8 Jahren können diese Geschichte natürlich auch selbst lesen.
Werner Holzwarth/Wolf Erlbruch: Vom kleinen Maulwurf der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat
Peter Hammer Verlag
Die wunderschöne Geschichte vom Maulwurf, der herausfinden will, wer ihm auf den Kopf gemacht hat. Dazu müssen alle Tiere ihr "Geschäft", als Beweis der Unschuld, vor ihm verrichten.
Ein Bilderbuchklassiker, inzwischen 16 Jahre alt und gerade 1 Million mal verkauft. Zu diesem Jubiläum erscheint eine Pop-up-Ausgabe, mit der es den Kleinen noch mehr Spaß macht, dem Maulwurf bei seiner Suche zu helfen. Wir gratulieren und küren den Maulwurf zu unserem Buch des Monats.
| Bilderbuchausgabe groß | 12,90 &euro |
| Bilderbuchausgabe klein | 5,00 € |
| Pappausgabe | 9,00 &euro |
| Pop-up Ausgabe | 16,80 &euro |
| Plüschmaulwurf | 5,50 &euro |
Klaus Kordon: Fünf Finger hat die Hand
Beltz Verlag, Ab 12 Jahre, 18.00 €
Die Geschichte von Rieke und August, deren Leben sich schlagartig ändert, als 1870 der Krieg zwischen Preussen und dem Erbfeind Frankreich ausbricht. Wieder vermittelt Klaus Kordon ein Stück Zeitgeschichte, indem er nicht die große Politik beschreibt, sondern eine Berliner Zimmermannsfamilie, die den Leser mitnimmt in die Zeit des Kaiserreichs und der Gründerzeit mit all ihren Facetten. Kurzweiliger Geschichtsunterricht aus der Sicht der "kleinen Leute"!
Mathew Skelton: Endymion Spring
Hanser Verlag, Ab 12 Jahre, 19,90 €
Eine Geschichte, die in Mainz beginnt. Mitte des 15. Jhdts. Ist Enymion Spring Lehrling beim großen Buchdruckermeister Johannes Gutenberg. In dessen Werkstatt findet er eines Tages eine geheimnisvolle Kiste mit einem noch geheimnisvolleren Buch, verschlossen mit schlangenförmigen Haken. Beim Öffnen erwachen die Schlangen zum Leben und beißen ihn... 500 Jahre später verletzt sich der 12jährige Blake Winters an einem Buch in der Oxford Bodleian Library – auf dem Einband prangen nur zwei Wörter Endymion Spring. Skelton ist ein überaus spannender Roman über das alte Mainz und die legendäre Bodleian-Bibliothek in Oxford gelungen. Ein Lesevergnügen für große und kleine Fantasyfreunde.
Martina Leykamm: Hier kommen die Piraten!
Verlag Oetinger, Ab 3 Jahre, 9.90 €
Was machen die Piraten, wenn sie auf See sind, oder an Land, oder auf Schatzsuche? Ein Mitmachbuch für Kinder, die sich für die Piraten und deren Leben interessieren. Mit vielen Klappen und einer Schatzkarte.
Mal Peet: Keeper
Carlsen Verlag, 222 S., ab 12 Jahren, 14,00 €
El Gato, die "Katze", gerade mit der Nationalmannschaft seines Landes Weltmeister geworden, erzählt in einer einzigen Nacht dem Journalisten Paul seine Geschichte. Er kam aus dem Nichts, aus der Tiefe des Dschungels Südamerikas und ist heute der berühmteste Torwart der Welt. Er erzählt vom Aufwachsen in einem kleinen Dorf mitten im Urwald, vom tragischen Tod seines Vaters und natürlich von seiner Entdeckung als Torwart und seinem kometenhaften Aufstieg. Aber auch von dem geheimnisvollen Keeper, dem er alles verdankt.....
Eine fantastische Geschichte und ein unglaublich spannendes Fußballbuch – nicht nur für Fußballfans.
Jujja Wieslander, Sven Nordqvist: Mama Muh braucht ein Pflaster
Oetinger Verlag, Bilderbuch, ab 4 Jahren, 12,00 €
Mama Muh, wer kennt sie nicht, die neugierigste Kuh der Welt, braucht Hilfe. Sie ist ausgerutscht und hat sich verletzt. Zum Glück hat der Bauer ein großes Pflaster für sie und für die Beule will die Krähe Eis besorgen. Das klappt leider nicht so ganz, die Krähe kommt mit Bauschmerzen aber ohne Eis zurück.
Eine liebevolle und wie immer witzige Mama-Muh Geschichte; diesmal vom Kranksein und Gesundwerden. Ein wunderbares Trostbuch für die kleinen und großen Wehwehchen im manchmal doch gar nicht so einfachen Kinderalltag.
Cornelia Funke: Tintenblut
Dressler, 736 S., ab 14 Jahre, 22,90 €
GoyLit, 18 CDs, 74,95 €
Endlich können all die begeisterten TintenherzleserInnen, nun wieder in das Fantasieland Tintenwelt eintauchen. Cornelia Funke ist eine packende Fortsetzung geglückt die jeden unwiderruflich in die magische Tintenwelt entführt.
Rainer Strecker ist die Hörbuchstimme, die Jung und Alt an den CD-Spieler fesselt. Ein Lese- und Hörspass für Groß und Klein
Stohner/Wilson: Das Schaf Charlotte
Hanser Verlag, ab 3 Jahre, 14,90 €
Das kleine Schaf Charlotte ist ein Wildfang und benimmt sich nicht immer so, wie die Großen sich das vorstellen. Doch als die Herde in eine Notsituation gerät, beweist Charlotte, dass sie Mut hat und eine ungewöhnliche Aufgabe übernehmen kann. Wunderschöne Bilder von Henrike Wilson begleiten diese Geschichte.
Ursula Karven: Sina und die Yogakatze
Wunderlich-Verlag, ab 4 Jahre, 14,90 €
Hier lernen Kinder Yoga auf spielerische Art mit Sina und Bretzel, der Yoga-Katze. Eingebettet in eine Geschichte lernen Kinder die passenden Yoga-Übungen und erfahren gleichzeitig, wie sie die Übungen im Alltag anwenden können.
Zöller/Kolloch/Czerwenka: Ich will mutig sein
Ellermann-Verlag, ab 4 Jahre, 8,50 €
Acht Vorlesegeschichten vom Angsthaben und Mutigsein, pädagogisch begleitet von Dr. Anne Bischoff, Ärztin in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie.
Alexander Steffensmeir: Was machen die Handwerker?
Oetinger-Verlag, ab 2 Jahre, 7,90 €
Kleinkinder sehen interessiert zu, wenn die Handwerker im Haus sind und mit ihren Werkzeugen hantieren. Da werden jede Menge Fragen gestellt. In diesem Buch werden sieben Handwerker und ihre Werkzeuge vorgestellt, ideal für die wissensdurstigen Frager.

