Buch des Monats

03/10

Frau und Buch

Moritz Rinke: Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel

Kiepenheuer & Witsch, 482 Seiten, 19,95 €

Gerade als Paul Wendland sein "Kunstprojekt" in Berlin starten will, erreicht ihn der Anruf seiner Mutter aus Mallorca, dass er umgehend in die alte Heimat nach Worpswede reisen soll. Das geschichtsträchtige Großvater- und Elternhaus, gleichzeitig sein Erbe, droht im Moor zu versinken. Dringende Bau- und Stützmaßnahmen seien erforderlich, um das Schlimmste zu verhindern. Desgleichen gelte es, diverse lebensgroße Bronzestatuen zu retten, die der "Künstlergroßvater" erschaffen hat. Paul Wendland macht sich also auf die Reise in die Heimat.

Ein entfernter, etwas kauziger Verwandter sieht hier nach dem Rechten und geht Paul zur Hand, assistiert ihm im Umgang mit der örtlichen Baufirma und den Dorfbewohnern. Bei den Bauarbeiten ergibt sich so manches Problem und dem Boden des Moores entsteigen Geheimnisse, die die Vergangenheit in ein neues Licht rücken.

Paul Wendland wird konfrontiert mit Familiengeheimnissen, die nach und nach ans Licht des Tages gelangen.

Ein ganzes Jahrhundert über das Leben der Künstlerkolonie Worpswede muss unter ganz neuen Aspekten betrachtet werden und auch Paul Wendlands eigene Geschichte, und die seiner Familie muss neu geschrieben werden.

Moritz Rinke, in Worpswede geboren, hat einen sehr unterhaltsamen Roman über die Künstlerkolonie Worpswede geschrieben, mit erfundenen und real-existierenden Personen, eigenbrötlerischen Dickköpfen und skurrilen Charakteren.