Buch des Monats

02/10

Frau und Buch

Kristof Magnusson: Das war ich nicht

Kunstmann, 285 Seiten, 19,90 €

Was haben Japer aus Bochum, z.Zt, ein junger, aufstrebender Banker in Chicago, Mike, eine Literaturübersetzerin, auf der Flucht vor einem schön eingerichteten Leben mit Weinklimaschrank und Peugeot-Salzmühle und Henry, ein international gefeierter Schriftsteller mit Schreibblockade und Altersangst gemeinsam?

Sie begegnen sich über Irrwege, Mike sucht "ihren" verschollenen Autor, dessen Übersetzung seines groß angekündigten neuen Romans ihre nähere Zukunft sichern soll. Dieser ist auf Grund einer Schreibblockade auf der Flucht vor seiner Verlegerin, in Chicago untergetaucht. Jasper, Der junge Banker, begegnet Henry auf einem Zeitungsfoto, er sieht in ihm seine Muse, Erlöser seiner Schreibblockade und vielleicht seine neue große Liebe. Jasper selbst sieht nur seine Karriere, Privatleben ist abgemeldet, "Zwischen dreißig und vierzig muss man für seine Karriere brennen" So weit die Grundkonstellation!

Die Wege der Drei kreuzen sich auf aberwitzige Weise, es ergeben sich ungeahnte Beziehungen, Verwicklungen. Drei Menschen, die sich unversehens in abenteuerlicher Abhängigkeit befinden. Kristof Magnusson spinnt um die „Arbeitsunfähigkeit“ dieser drei Menschen eine kleine Boulevardkomödie, ein bisschen Krimi, ein bisschen ganz gewöhnliche Alltagsgeschichte – am Ende, der Plot, ein bisschen Märchen. Manchmal die Figuren zu sehr stereotyp aber das ist aushaltbar.

Eine Bank – ein Leben ist schnell ruiniert, wie einfach das geht, zeigt uns Magnusson. Das ist das Erschreckende – aber auch komische an diesem Roman, der mit großer Leichtigkeit von unheimlichen Zeiten erzählt.