Buch des Monats02/08 |
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Rolf Lappert: Nach Hause schwimmen
Hanser-Verlag, 544 S., 21,50 €
Wilburs Eintritt in die Welt steht unter keinem guten Stern: seine irische Mutter stirbt bei der Geburt und sein schwedischer Vater verschwindet spurlos. Wilbur bleibt in der Obhut verschiedener Pflegekräfte und erfährt erst Liebe und Geborgenheit, als er von seinen Großeltern nach Irland geholt wir. Großmutter Orla, einer energischen Person, gelingt es, dem kleinen Jungen mit viel Verständnis und Zuneigung, Vertrauen und eine Ahnung von Glück zu vermitteln. Wilbur erfährt, dass das Leben auch Spaß machen kann.
Doch dann kommt Orla bei einem Verkehrsunfall ums Leben und für Wilbur stürzt eine Welt ein. Nur kurze Zeit darf er beim befreundeten Nachbarn bleiben, dann wird er von der Sozialbehörde zu strengen Pflegeeltern verpflanzt, die wenig Verständnis für die besondere Situation des Jungen zeigen und dieser verschließt sich und taucht ab in seine eigene Welt: er ist einfach ein Verlierer und das Leben ist nicht lebenswert.
Dennoch begegnet er immer wieder Menschen, die ihm helfen, dieses Leben weiter zu leben, auch als er sich auf die Suche nach seinem Vater begibt. In Schweden erfährt er nach und nach die Geschichte seiner Eltern und Großeltern.
Während eines Aufenthaltes in einer Klinik lernt er Aimée kennen, die ihm klarmacht, dass auch er sein Glück finden kann, wenn er nur will.
Rolf Lappert nimmt uns mit in eine Welt voller Geschichten, deren Zentrum Wilbur, der sympathische und lebensunwillige Held ist. Der Autor besticht durch seine Lust am Erzählen und führt den Leser durch ein Panoptikum von Menschen und deren Schicksalen, diesseits und jenseits des Ozeans. Einfühlsam und gleichzeitig mit viel Humor beschreibt der Autor Wilburs Weg der Selbstfindung vom Säugling zum Erwachsenen.

