Buch des Monats09/07 |
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Khaled Hosseini: Tausende strahlende Sonnen
Bloomsbury Berlin, 384 S., 22,00 €
Khaled Hosseini wurde 1965 in Kabul als Sohn eines Diplomaten geboren. Seine Familie erhielt 1980 in den Vereinigten Staaten politisches Asyl.. Er lebt heute als Arzt und Autor in Kalifornien. Sein Roman "Drachenläufer" erschien inzwischen in vierzig Sprachen und hat eine Weltauflage von sieben Millionen Exemplaren.
Mit seinem zweiten Roman "Tausend strahlende Sonnen" setzt er den Frauen Afghanistans und ihrem Kampf um ein würdiges Leben ein glaubhaftes Denkmal.
Miriam, unehelich geboren, wird nach dem Tod ihrer Mutter, von ihrem verehrten, sie jedoch ablehnenden Vater im fernen Kabul verheiratet. Miriam ist fünfzehn und ihre Ehe mit dem 30 Jahre älteren Witwer Rashid, wird bald zur Hölle. Als viele Jahre später, die Nachbartochter Leila nach einem Bombenangriff ihre Eltern verliert, nimmt Rashid sie auf, um sie bald, wider ihren Willen, zu seiner Zweitfrau zu machen. Aus der anfänglichen Rivalität und Feindschaft der beiden Frauen, entwickelt sich bald eine innige Freundschaft. Nur sie ermöglicht ihr Überleben in der von Gewalt geprägten Männerwelt, den Bombardierungen der Taliban-Herrschaft und dem Hunger der Kriegsjahre. Mit ihrer gemeinsamen Stärke gelingt ihnen ein kleines Stück selbstbestimmtes Leben.
Khaled Hosseini erzählt die ergreifende Geschichte zweier Frauen in Afghanistan, einem vom Krieg zerrütteten Land. Als er nach 30 Jahren, seine Heimatstadt Kabul wieder bereiste, waren es nicht die Armut, die Zerstörung oder all die anderen Nachwirkungen der Gewaltjahre, die sich ihm einprägten. "Nein, woran ich am meisten denke, sind die Menschen, die ich getroffen habe, ihre Gesichter, ihre Namen, ihr Lächeln. Ich erinnere mich an die Geschichten, die sie mir anvertraut haben, und daran, wie sie es geschafft haben, in diesem vom Krieg zerrütteten Land zu überleben, ihre Würde zu bewahren und an ihren Träumen und Hoffnungen festzuhalten"
Und genau davon erzählen seine beiden Romane, er beschreibt zwei unterschiedliche Welten und dennoch ist es jedes Mal Afghanistan. Eine Würdigung und Achtung seiner Menschen und ihrem Kampf. "Ich bete, dass der Friede von Afghanistan von Dauer sein möge. Die Bevölkerung hat es verdient." Spätestens nach Lektüre von Hosseinis Romane können wir uns diesem Wunsch anschließen.
(Zitate sind dem Spiegelinterview 31/2007 entnommen)

