Buch des Monats

12/07

Frau und Buch

Johanna Straub: Das Zebra hat schwarze Streifen, damit man die weißen besser sieht

Verlag liebeskind, 205 S., 16,90 €

Johanna Straubs Roman ist eine Art Porträt. Hier entsteht aus kleinen Versatzstücken, aus Vorstellungen und zufälligen Entscheidungen eine Biografie. Der große Reiz dieses Romans ist seine unge-wöhnliche Konstruktion. Philippa tritt nur in ihren Beziehungen zu anderen Menschen auf. In zwölf Episoden kommen zwölf Menschen zu Wort, deren Lebenswege sich mit dem von Philippa kreuzen,. Früher oder später, auf die eine oder andere Weise.

Es erzählen die unterschiedlichsten Wegbegleiter von Philippa – ein Leben, das fast achtzig Jahre umspannt. Als Johanna Straub ihren Freunden erzählte, dass sie einen Familienroman über diese Zeitspanne schreiben wolle, haben sie diese für verrückt erklärt. Ein viel zu großer Brocken! Doch sie hat eine Form und eine Sprache gefunden, die vorführt, wie man achtzig Jahre auf knapp 200 Seiten umfassen kann. Sie zeichnet ein großartiges Bild einer außergewöhnlichen Frau.

Der Roman beginnt mit dem Vater Bernd, der vor dem Kreissaal sitzend, kurz vor ihrer Geburt, zu zweifeln beginnt, ob er dem, was nun auf ihn zukommt, überhaupt gewachsen ist und er endet mit der Erinnerung der Enkelin bei ihren Weihnachtsvorbereitung zum ersten Weihnachtsfest ohne die Großmutter.

Ein glänzendes Debüt, melancholisch und humorvoll zugleich. Ein Weihnachtsbuch nicht nur weil es zur Weihnachtszeit endet.