Buch des Monats03/07 |
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Davide Longo: Der Steingänger
Wagenbach Verlag, 170 S., 17,50 €
Am Rande eines piemontesischen Dorfes wird die Leiche eines Mannes gefunden. Cesare war früher einmal, gemeinsam mit dem Toten, Schleuser afrikanischer Flüchtlinge über die italienischen Berge nach Frankreich. Der Tod seiner Frau hat ihn zum Eigenbrödler gemacht. Mit der Hündin Micol lebt er abseits vom Dorf auf seinem Hof. Cesare gilt schnell als Hauptverdächtiger am Mord Faustinos , während das ganze Dorf in verstocktem Schweigen verharrt. Am Ende ist es eine Frau, die das Schweigen bricht und dem Geschehen eine überraschende Wendung gibt.
Kantig, karg und rau ist die Landschaft; kantig, karg und rau sind ihre Menschen und ebenso ist die Sprache Longos. Der "Steingänger" ist ein Roman, großartig wie die Täler und Berge des Piemonts, in die diese Erzählung eingebettet ist und in die sich der Leser nach der ersten Seite versetzt fühlt. Mit seiner nüchternen Sprache ist der "Steingänger" ein melancholischer Roman voll Dichte und Intensität.
Longos Bilder bleiben im Kopf, was sicherlich auch ein Verdienst der Übersetzerin Suse Vetterlein ist.
Ein Buch, dem wir viele Leser/innen wünschen und ein Autor, auf dessen nächsten Roman ich mich jetzt schon freue.

