Buch des Monats11/2006 |
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Thomas Sautner: Fuchserde
Picus Verlag, 215 S., 19,90 €
Schon seit ihrer Kindheit ist Frida der charismatische Mittelpunkt einer großen Familie. Im Augenblick ihres Todes scheint der Geist der Mutter in die kleine Frieda gefahren zu sein, auf "dass in dem plötzlich und fortan unerschütterlichen Mädchen der starke Schutzgeist der Mutter stecke". Frieda lebt mit den alten Weisheiten ihres Volkes – sie ist eine Jenische – Angehörige eines beinah in Vergessenheit geratenen fahrenden Volkes. Ihren Lebensunterhalt verdienten die Fahrenden noch zu Beginn des letzten Jahrhunderts als Scherenschleifer, Besenbinder, Pfannenflicker, als Wahrsagerinnen oder als Kräuterfrauen. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten findet dieses Leben ein jähes Ende. Thomas Sauter erzählt die Geschichte zweier Familien, die durch die Liebe ihrer Kinder verbunden sind. Ihr Alltag ist geprägt vom tiefen Verstehen der Natur, von wunderbaren Weisheiten und vom Leben mit den Jahreszeiten. Mit Hilfe uralten Wissens, unbändiger Kraft und schier waghalsigem Humor versuchen sie der Vernichtung zu entrinnnen.
Ein sehr anrührendes Buch, voller Weisheit, eine Reise in eine fremde fast vergessene und verlorene Kultur. Eine unglaublich spannende Geschichte, die nicht zu letzt lebt von leisem Humor und tiefgründigen Sprachbildern. Ein Buch dem ich viele begeisterte Leser und Leserinnen wünsche.

